Und was du stattdessen tun kannst, wenn dein Kopf nicht mitspielt.


Wir alle kennen diese Tage. Du wachst auf, und noch bevor du den ersten Kaffee hast, dreht sich im Kopf schon wieder alles im Kreis. Eine Situation von gestern. Ein Fehler. Ein Streit. Du weißt, dass du eigentlich "positiv denken" solltest. Aber genau das fühlt sich in diesem Moment unmöglich an.

Ich habe das selbst erlebt, und zwar auf eine Weise, die ich nicht vergessen werde.

Scheitern und der falsche Trost

Als mein erstes Startup nach Jahren voller Arbeit, Blut und Schweiß gescheitert ist, kamen Freunde, Bekannte, Familie. Alle gut gemeint. Alle sagten dasselbe: "Kopf hoch, Reza. Du hast so viel gelernt. Sieh es positiv."

Kein einziger Satz davon hat geholfen. Nicht einer.

Weil man in einem echten emotionalen Tief keine positiven Affirmationen glauben kann. Man kann sie aufsagen. Aber man glaubt ihnen nicht. Und genau dort liegt das Problem.

Der Schritt, der vor positivem Denken kommt

Was mir damals wirklich geholfen hätte, habe ich erst viel später verstanden: Ich musste nicht sofort positiv denken. Ich musste nur aufhören, negativ zu denken.

Klingt nach einer kleinen Verschiebung. Ist es nicht.

Ein Football-Performance-Coach aus den USA, auf den ich gestoßen bin, hat das mal so erklärt: Er bringt seinen Profi-Spielern nicht zuerst bei, positiv zu denken, sondern zuerst, nicht negativ zu denken. Sein Grund ist einfach: Positive Gedanken wirken zehnfach positiv auf die Leistung. Negative Gedanken wirken vier bis sieben Mal stärker negativ als positive positiv wirken, also 40 bis 70 Mal mehr Schaden. Allein aus Performance-Gründen kein negativer Gedanke. Kein gesprochenes "Meine Schulter tut weh", kein "Das Wetter ist heute blöd." Nichts davon.

Selbsterfüllende Prophezeiung, ganz konkret

Ich habe das am eigenen Körper erfahren. Auf dem Basketballplatz. Ich habe ein paar Körbe geworfen, einmal ist mir der Ball aus Versehen ins Sandfeld daneben gefallen. Hat mich geärgert. Bin rein, rausgekommen, weiter gemacht. Aber jetzt mit dem Gedanken: "Bloß nicht nochmal in den Sand."

Was danach passiert ist, könnt ihr euch denken. Der Ball ist immer und immer wieder in den Sand gefallen. Weil ich nichts anderes mehr gedacht habe.

Genau das ist selbsterfüllende Prophezeiung. Was du intensiv denkst, formst du. Positiv wie negativ.

Drei Dinge, die ich seitdem mache

1. Negative Gedanken sofort stoppen. Nicht beobachten, nicht analysieren, einfach unterbrechen. Ich denke dann bewusst an etwas Neutrales, mache 10 Liegestütze oder wechsle den Raum. Hauptsache, die Spirale stoppt.

2. Gesunde Distanz zu Negativität halten. Das gilt für Social Media, für Nachrichten und manchmal auch für Menschen. Wer den ganzen Tag nur hört, was nicht funktioniert, denkt irgendwann selbst so. Man ist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen man am meisten Zeit verbringt.

3. Nicht grübeln. Was gestern war, ist vorbei. Was morgen vielleicht passiert, ist ungewiss. Das Einzige, was du wirklich kontrollieren kannst, ist, wie du jetzt darüber nachdenkst.

Marcus Aurelius hat das vor fast 2000 Jahren auf den Punkt gebracht: "The quality of your life depends on the quality of your thoughts."


Das ist die erste Folge meines Podcasts Project Mindset. Kurz, direkt, ohne Schnickschnack. Wenn du denkst, dass du da noch mehr mitnehmen kannst, hör einfach rein.

👉 Project Mindset Podcast - Folge 1 jetzt anhören

Reza Mehman